Was ist das Kalibrierchecksignal?

Das Kalibrierchecksignal (CC-Signal) ist ein low-aktives, digitales Schaltsignal, mit dem eine definierte Verstimmung der Messbrücke erzeugt wird. Bereits bei der Projektierung eines Kraftaufnehmers kann festgelegt werden, wie groß diese Verstimmung bezogen auf den Nullpunkt sein soll. Dabei muss der Aussteuerbereich des eingesetzten Messverstärkers berücksichtigt werden.

Für die Signalübertragung empfehlen wir Messverstärker mit Stromausgang. Der erforderliche Bürdewiderstand wird dabei am Eingang der Auswerteeinheit angeordnet. Über diesen Widerstand wird aus dem übertragenen Stromsignal die benötigte Eingangsspannung erzeugt. Stromsignale eignen sich besonders für die Übertragung über längere Leitungen, da sie gegenüber Spannungsabfällen auf der Leitung unempfindlicher sind.

Der Nullpunktstrom kann zudem zur Überprüfung der Signalleitung genutzt werden. Ein Stromsignal größer als 0 mA ermöglicht dabei eine einfache Erkennung einer unterbrochenen Leitung.

 

Funktionsweise des Kalibrierchecksignals

Bei einem Kraftaufnehmer mit internem Kalibriercheck wird das CC-Signal durch die Verbindung des CC-Kontakts mit Masse (GND) aktiviert. Bei unbelastetem Sensor wird dadurch am Ausgang des Sensorverstärkers ein definierter Signalstrom erzeugt, der dem Signal bei Volllast entspricht, beispielsweise 9 mA oder 20 mA.

Damit lässt sich die Funktion der nachgeschalteten Abschaltkette überprüfen, ohne den Sensor tatsächlich belasten zu müssen.

 

Beispiel zur Verwendung des Kalibrierchecksignals zur Überprüfung der Abschaltkette

Funktionskette der externen Kalibriercheckauslösung bei einem VELOMAT Messverstärker

Durch die Aktivierung des Kalibrierchecksignals wird direkt an der Messbrücke eine definierte Verstimmung erzeugt. Dadurch entsteht am Ausgang des Messverstärkers ein definierter Signalhub. 

Sensorkennlinie mit Kalibrierungsprüfung

Dieser Hub erreicht mindestens den für die Abschaltung erforderlichen Signalwert, sodass die nachgeschalteten Abschaltrelais den Überlastzustand einnehmen.

Auf diese Weise kann die komplette Abschaltkette entweder über eine externe Einheit oder durch eine manuelle Prüfung getestet werden.

Dabei werden folgende Funktionen geprüft:

  • korrekte Verbindung zur DMS-Messbrücke
  • Funktionsweise des Messverstärkers
  • Abschaltfunktion der Lastbegrenzung
  • korrekte externe Verdrahtung der Abschaltkreise

 

Tipp: Kalibrierchecksignal zur Online-Überwachung

Das Kalibrierchecksignal kann bei entsprechender Auslegung auch zur Online-Überwachung der Sensoren eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der Messbereich der Auswerteeinrichtung ausreichend groß gewählt wird.

Beispiel für einen Sensor mit einem Verstärker 4 … 20 mA:

Bei voller Belastung des Sensors beträgt das Ausgangssignal 20 mA. Wird zusätzlich das CC-Signal aktiviert, erzeugt dieses einen Signalhub von 16 mA.

Damit ergibt sich:

20 mA + 16 mA = 36 mA

Der Messbereich der nachgeschalteten Auswerteeinrichtung muss in diesem Fall mindestens ein Signal von 36 mA verarbeiten können. Ist dies gewährleistet, kann das CC-Signal zur kontinuierlichen Überwachung des Sensors und der angeschlossenen Signalverarbeitung genutzt werden.

 

Beispiel zur Ermittlung des erforderlichen Messbereichs

Für einen Sensor mit einem Verstärker 4 … 20 mA gilt:

  • Ausgangssignal bei Nullpunkt: 4 mA
  • Ausgangssignal bei Volllast: 20 mA
  • CC-Signal: +16 mA
  • maximales Signal bei aktiviertem CC-Signal: 36 mA

Der erforderliche Messbereich der Auswerteeinrichtung muss daher entsprechend ausgelegt werden.

Für eventuelle Rückfragen oder Hinweise stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Kontakt