Kalibrierung / Kalibrierintervall

Was ist eine Kalibrierung?

Eine Kalibrierung von Kraftaufnehmern ist der Vergleich ihrer Messwerte mit einer Referenz. Dabei wird der Kraftaufnehmer selbst nicht verändert.

Bei der werksseitigen Kalibrierung wird der Zusammenhang zwischen der mechanischen Eingangsgröße, beispielsweise einer Druck- oder Zugkraft, und der elektrischen Ausgangsgröße, beispielsweise einem Stromsignal, ermittelt und mit einer rückführbaren Referenz verglichen. Die Ergebnisse werden anschließend dokumentiert.

Wann sollte ein Kraftaufnehmer rekalibriert werden?

Wann eine Rekalibrierung erforderlich ist, hängt von der Art und Dauer des Einsatzes sowie den jeweiligen Betriebsbedingungen ab.

Beispielsweise kann betrachtet werden:

  • Dauereinsatz / Betriebsstundenzahl
  • extreme Umweltbedingungen
  • stark wechselnde Belastungszustände
  • sicherheitsrelevantes Einsatzgebiet

Wie wird das Kalibrierintervall festgelegt?

Das geeignete Kalibrierintervall hängt von den Einsatzbedingungen und den Anforderungen an die Messgenauigkeit ab. Dabei sollten unter anderem die Einsatzdauer, die Betriebsstunden, die Häufigkeit und Stärke der Belastungen sowie die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden.

Auch bestehende Vorgaben des Qualitätsmanagements oder kundenspezifische Anforderungen können ein bestimmtes Kalibrierintervall vorgeben. Bei anspruchsvollen Einsatzbedingungen, beispielsweise bei hoher Betriebsstundenzahl, Wechsellastbetrieb oder starken Temperatur- und Umwelteinflüssen, kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein.

Das Kalibrierintervall kann außerdem auf Grundlage vorheriger Kalibrierergebnisse angepasst werden. Zeigen die Messwerte über mehrere Kalibrierungen eine stabile Entwicklung und bleiben die Änderungen deutlich innerhalb der zulässigen Messunsicherheit, kann das Intervall gegebenenfalls verlängert werden. Bei größeren Veränderungen oder einer Annäherung an die zulässige Messunsicherheit sollte es entsprechend verkürzt werden.

Ein allgemeingültiges Kalibrierintervall gibt es daher nicht. Es sollte entsprechend der jeweiligen Anwendung, den Einsatzbedingungen und den Anforderungen an die Messsicherheit festgelegt und bei Bedarf angepasst werden.

Wann ist eine außerplanmäßige Rekalibrierung erforderlich?

Neben dem festgelegten Kalibrierintervall kann eine Rekalibrierung auch dann erforderlich sein, wenn der Kraftaufnehmer besonderen Belastungen ausgesetzt war oder eine Veränderung der Messeigenschaften festgestellt wird.

Eine zusätzliche Rekalibrierung empfiehlt sich insbesondere bei:

  • auffälliger Nullpunktabweichung im ausgebauten Zustand
  • mechanischer Beanspruchung, beispielsweise durch einen Sturz oder eine unsachgemäße Montage
  • Überschreitung der zulässigen Gebrauchskraft
  • Überschreitung der zulässigen Temperaturbedingungen
  • nicht genehmigten Eingriffen, Umbauten oder Reparaturen

Für viele Anwendungen empfiehlt sich eine Funktionsüberprüfung bzw. Rekalibrierung in einem Intervall von zwei Jahren. Je nach Einsatzbedingungen und Anforderungen an die Messgenauigkeit kann jedoch ein kürzeres oder längeres Intervall sinnvoll sein.

Sie benötigen eine Kalibrierung?

VELOMAT kalibriert Kraftaufnehmer und Kraftmesssysteme verschiedener Hersteller im Bereich von 1 bis 500 kN. Auch andere Kraftbereiche sind auf Anfrage möglich.

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